Es gibt eine Nacht im Jahr, die gehört keiner Geschichte so ganz.
Sie ist nicht mehr das, was war.
Und noch nicht das, was kommt.
Die Nacht zwischen den Geschichten ist kein Höhepunkt.
Sie drängt nicht.
Sie erklärt nichts.
Sie steht einfach da – wie ein stiller Übergang.
Vielleicht spürst du in dieser Nacht eine leise Unruhe.
Oder eine Müdigkeit, die tiefer geht als Schlaf.
Vielleicht auch gar nichts Konkretes – nur dieses Gefühl von dazwischen.
Und genau das ist kein Mangel.
Diese Nacht ist kein Vakuum.
Sie ist ein Raum, in dem sich etwas neu sortiert, ohne dass du eingreifen musst.
Wie Erde im Winter: äußerlich still, innerlich in Bewegung.
Was endet, endet hier nicht mit einem Knall.
Es zieht sich zurück.
Leise.
Manches verabschiedet sich, ohne dass du es benennen könntest.
Und das Neue?
Das hat in dieser Nacht noch keinen Namen.
Es muss ihn auch noch nicht haben.
Übergänge brauchen keine Vorsätze.
Sie brauchen Zeit.
Und einen inneren Ort, an dem nichts beschleunigt werden muss.
Vielleicht ist diese Nacht genau dafür da:
dass du nicht weißt, wer du morgen bist.
Dass du nicht festlegst, was werden soll.
Dass du dem Teil in dir vertraust, der längst weiß, wann etwas reif ist.
Du musst nichts abschließen.
Du musst nichts beginnen.
Es reicht, wenn du da bist.
In dieser Nacht.
Zwischen den Geschichten.











